FAQ
Fragen und Antworten
Hier findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Projekt, die Teilnahme und Materialien. Falls deine Frage nicht dabei ist, schreib uns gerne und wir helfen dir weiter.
Fragen zur Teilnahme
Ich möchte 2026 bei 1qm Lein mitmachen. Wie melde ich mich an?
Bis zum 10. Dezember war die Anmeldung über unser Crowdfunding bei Startnext möglich.
Wer unser Crowdfunding verpasst hat, aber 2026 gerne noch mitmachen möchte: Ab Mitte Februar ist die Anmeldung wieder möglich. Abonniere unseren Newsletter und wir informieren dich, sobald die nächste Anmeldephase startet.
Ich möchte am Citizen-Science-Projekt teilnehmen. Wie melde ich mich an?
Wer unser Crowdfunding verpasst hat, aber 2026 gerne noch mitmachen möchte: Ab Mitte Februar ist die Anmeldung wieder möglich. Abonniere unseren Newsletter und wir informieren dich, sobald die nächste Anmeldephase startet.
Alle wichtigen Informationen über das Citizen-Science-Projekt findest du in unserem Blog.
Wer kann mitmachen?
Vom Blumentopf auf dem Balkon bis zur Ackerfläche – jede und jeder mit einem Zugang zu Gartenerde kann sich am Projekt beteiligen. Auch Vereine, Gemeinschaftsgärten, Bildungseinrichtungen und Stadteilgärten können Teil des Projektes werden. Je vielfältiger die blaue Blume wieder blüht, umso besser!
Wie kann ich mich anmelden und was kostet die Teilnahme?
Die Teilnahme an 1qm Lein kostet 25€. Die 25€ setzen sich zusammmen aus einem Communitybeitrag (20€) und dem Starterpaket mit Saatgut (5€). Du bekommst von uns: Saatgut für 1qm, eine Anleitung, den Zugang zum Mitgliederbereich inkl. Anleitungsvideos (zu folgenden Themen: Bodenvorbereitung und Anbau / Ernten, Trocknen, Riffeln und Rösten / Brecheln, Schwingen und Hecheln / Spinnen mit der Handspindel / Bändchenweben) und regelmäßige Newsletter mit Tipps und Infos. Mehr Infos zur Anmeldung.
Ich habe 2025 bereits mitgemacht. Kann ich 2026 wieder teilnehmen?
Wenn du 2025 mitgemacht hast, behälst du den Zugang zum Communitybereich und zu allen Videos. Du kannst 2026 einfach mit deinem eigenen Saatgut wieder mitmachen. Wir würden uns sehr freuen, wenn du 1qm Lein 2026 mit einem freiwilligen Communitybeitrag von 20€ (Spende) unterstützt.
Ich wohne nicht in Deutschland - kann ich trotzdem mitmachen?
Es gibt ähnliche Projekte in anderen Ländern, und wir empfehlen dir, dich dort anzumelden. 1qm Lein gibt es auch in Österreich.
In der Schweiz heißt das Projekt Ziehlein. Auch die Niederlande haben mit 1m2Vlas ein Leinenprojekt, in Tschechien gibt es 1m² lnu.
Was ist, wenn es mit meinem Anbau von 1qm Lein nicht klappt?
Wir versuchen, dich bestmöglich auf deinem Weg vom Saatkorn zum fertigen Leinentextil zu begleiten. Die Starterpakete 2026 enthalten hochwertiges Saatgut der Sorten Christine bzw. vom VERN auf Keimfähigeit geprüftes Saatgut einer alten Sorte.
Trotzdem kann es sein, dass der Flachsanbau in deinem Garten nicht klappt. Zu trocken, zu naß, zu hoher Unkrautdruck, ein Sturm, Platzregen oder wilde Tiere, die sich Samen und Stängel schmecken lassen. Gärtnern heißt, mit der Natur und ihren Unwägbarkeiten umzugehen, und dazu gehört auch, dass man mal eine Kultur verliert.
Wir übernehmen keine Garantie, dass dein Anbauversuch klappt, und können deshalb auch kein Geld zurückerstatten, wenn es nicht klappt. Meld dich aber gerne bei uns, wenn etwas total schief läuft – bestimmt finden wir eine gute Lösung.
Fragen zu 1qm Lein
Warum 1qm Lein?
Das Hemd aus dem Garten ist nicht nur möglich, es war lange Zeit ganz normal. Die Erfahrung, textile Fasern wirklich selbst ziehen zu können, ist einfach faszinierend. Flachsanbau ist zudem Teil unserer Kulturgeschichte und war immer eine gemeinschaftliche Arbeit. Das Projekt 1qm Lein möchte nicht nur das Handwerk für die nächsten Generationen erhalten, sondern auch gemeinsames Arbeiten und regionalen Austausch zu nachhaltigen Textilfasern fördern. Im Projekt durchlaufen alle Teilnehmer:innen den Weg von der Pflanze bis zum fertigen Textil – und erleben dadurch, wie wertvoll ein Stück Stoff eigentlich ist. Das Projekt bringt Menschen außerdem digital, aber vor allem regional zusammen. Gemeinsam wird der Flachs, der in vielen Privatgärten gewachsen ist, nach der Ernte verarbeitet. Perspektivisch soll das Projekt zudem zum Erhalt alter, regionaler Flachssorten beitragen.
Flachsanbau und -verarbeitung: Was umfasst das eigentlich?
Flachs/Lein wird zwischen Februar/März und Juli angebaut. Bei der Ernte wird die gesamte Pflanze aus der Erde gerissen und anschließend getrocknet. Die Samenkapseln werden entfernt (Riffeln), dann wird die Pflanze zum Rösten auf der nassen Wiese ausgelegt. Bei diesem Prozess trennen sich die Fasern auf, so dass der Flachs – nachdem er erneut getrocknet wurde – durch Brechen, Schwingen und Hecheln von den holzigen Bestandteilen befreit werden kann. Die verbliebenen Fasern können dann versponnen werden. Flachsanbau und -verarbeitung war schon immer Gemeinschaftsarbeit und eine wichtige Möglichkeit, mit Mitgliedern anderer Höfe in Kontakt zu kommen.
Ein schönes Video, das alle Schritte in ca. 20 Minuten zeigt, findest du hier.
Nimmst du am Projekt teil, bekommst du zu jedem Schritt ein Anleitungsvideo. In unserem Blog kannst du verschiedene Beiträge finden, in denen wir den Flachsanbau unserer Teilnehmenden dokumentiert haben.
Wie ist der Zeitplan für 1qm Lein? Welche Schritte umfasst das Projekt? Welche Werkzeuge brauche ich?
Die Aussaat erfolgt traditionell um den 100. Tag des Jahres, also Anfang April. Das hängt aber von der Region ab – zwischen Ende Februar bis Juni ist die Aussaat grundsätzlich möglich.
Für die Aussaat brauchst du 1qm Fläche oder mehrere Kübel auf dem Balkon, optimalerweise ein paar Stöcke und Faden, um den Flachs später abzustützen.
Wer am 100. Tag aussät, erntet am 200. Tag des Jahres. Flachs wächst also etwas mehr als 3 Monate, ehe du ihn ernten kannst. Am Anfang braucht er ausreichend Wasser und gute Beikrautregulierung.
Ist der Flachs bereit zur Ernte, reißt du ihn bündelweise mit der Wurzel aus der Erde. Du kannst ihn dann sofort riffeln und zur Röste auslegen oder du hängst/stellst ihn erst zum Trocknen auf.
Beim Riffeln werden die Samenkapseln von den Stängeln “gekämmt”. Dazu brauchst du keinen Riffelkamm, sondern kannst auch eine Harke, einen Holzkamm, einen Blaubeerpflücker… zweckentfremden. In unserem Highlight “Riffeln” auf Instagram haben wir Tipps aus der Community zusammengetragen.
Nach dem Riffeln erfolgt die Röste. Hier werden die Fasern mittels Feuchtigkeit aufgeschlossen. Tauröste erfolgt auf der Wiese/auf der Erde, Wasserröste in einem Bottich. Die Röste dauert zwischen wenigen Tagen (Wasserröste) bis zu 3-4 Wochen. Danach muss der Flachs wieder trocknen.
Den gerösteten Flachs kannst du dann bei unseren Kooperationspartner:innen zu Fasern weiterverarbeiten.
Es ist also wichtig, dass du mit allen bisher beschriebenen Arbeitsschritten durch bist, bevor dein Kooperationspartner das “Flachsfest” ausrichtet. Die Flachsbreche findet ab Ende August bis in den Oktober hinein statt.
Hast du spinnbare Fasern, kannst du direkt weitermachen mit der Verarbeitung. Flachsfasern kannst du mit der Handspindel oder dem Spinnrad verspinnen – auch dafür wird es ein Anleitungsvideo geben. Du kannst aus deinen Fasern aber auch einfach Kordeln drehen – dann brauchst du keine Spinngeräte. Zum Bandweben kannst du einen Webkamm aus fester Pappe schneiden.
Du bist flexibel:
Du kannst den Flachs in den trockenen Verarbeitungsstufen (nach der Ernte, nach dem Riffeln, nach der Röste, nach dem Brechen) länger aufbewahren und musst nicht sofort zum nächsten Schritt springen. Damit kannst du zum Beispiel für das Rösten einen Zeitpunkt auswählen, zu dem du nicht im Urlaub bist, oder den Flachs erst im Januar/Februar des Folgejahres verspinnen, wenn dir das vor Weihnachten zu stressig ist.
Als Teilnehmer:in unseres Projektes bekommst du zu allen Schritten ein Anleitungsvideo und Tipps per Newsletter von uns. Außerdem kannst du dich mit den anderen Teilnehmer:innen in unserem Communitybereich austauschen!
Kann ich meinen Lein auch in Kübeln aussäen?
Ja, du kannst deinen Lein auch in einem oder mehreren Pflanzkübeln/Pflanzkästen aussäen. Dabei solltest du vor allem am Anfang darauf achten, dass die Erde immer feucht ist, damit der Lein gut keimen kann. Außerdem sollte der Kübel mindestens 30cm tief sein.
Kann ich wirklich ein Hemd aus einem 1qm Lein gewinnen?
Wieviel Fasern du aus einem Quadratmeter Lein gewinnst, hängt von verschiedenen Faktoren (Aussatdichte, Verlust von Saatgut durch z.B. Vögel, Wetter und der Verarbeitung) ab. Es reicht aber definitiv nicht für ein Hemd, aber auf jeden Fall für ein handgewebtes Band, einen handgewebten Gürtel oder – wenn du sehr fein spinnen kannst – für ein Geschirrtuch.
Das Projekt Leinup.austria hat einige Zahlen zusammengetragen, und gibt als Richtwert 10qm für ein Hemd an, und etwa 15qm für eine Hose – wobei hier natürlich auch die Aussaatdichte eine Rolle spielt.
Unser Ziel ist es, dass jede:r Teilnehmer:in von 1qm Lein im ersten Jahr ein handgewebtes Band produzieren kann. Aber natürlich könnt ihr euch auch als Gruppe zusammentun und aus euren Fasern ein größeres Werkstück planen – ein Saattuch für den Gemeinschaftsgarten, eine Leinendecke für den Altar eurer Kirchengemeinde, ein Hemdchen für euer jüngstes Communitymitglied oder einen Brotbeutel für die WG-Küche. Wir sind gespannt, was euch einfällt!
Gibt es Flyer und Plakate für 1qm Lein?
Flyer kannst du über unseren Shop bestellen, Plakate sind digital in unserem MediaKit verfügbar (zum Ausdrucken).
Kann ich Geräte für die Flachsverarbeitung selber bauen?
Ja. Wir tragen alle Anleitungen in unserem Blogbeitrag „Flachsgeräte selberbauen“ zusammen, den wir regelmäßig aktualisieren.
In unsere Communitybereich gibt es für alle Teilnehmer:innen auch eine Gruppe zum Bau von Flachsgeräten, in der wir Erfahrungen austauschen und Anleitungen teilen.
Für regionale Kooperationspartner:innen
Welche Rolle haben regionale Kooperationspartner:innen?
Während der Anbau und die erste Verarbeitungsstufe (das Rösten) noch von den Teilnehmenden alleine durchgeführt werden kann, braucht es für die Verarbeitung helfende Hände und verschiedene Werkzeuge. Dafür suchen wir regionale Kooperationspartner:innen, die mindestens ein Flachsfest („Brechfest“), d.h. eine Veranstaltung zur Verarbeitung des Flachses, ausrichten und die notwendigen Werkzeuge dafür zur Verfügung stellen. Alle regionalen Kooperationspartner:innen werden auf einer Karte auf unserer Website gezeigt. Die Veranstaltungen werden auf einer zentralen Veranstaltungsseite auf dieser Website gesammelt und auch über Social Media beworben.
Kann ich als Kooperationspartner:in auch weitere Aktionen zum Projekt 1qm Lein organisieren?
Sehr gerne! Kooperationspartner:innen können das Projekt in ihren Regionen selbst gestalten und so groß machen, wie es für sie passt.
Sie können weitere Veranstaltungen organisieren (z.B. Spinnen, Weben, Fachvorträge, Gerätebau), die Community regelmäßig ins Museum/die Einrichtung holen, selbst 1qm Lein abbauen (Schaubeet), einen eigen Flachs-Jahreskreis (Anbau, Ernte, Verarbeitung) starten, lokale Kooperationspartner:innen einbinden (z.B. Gartenvereine, offene Werkstätten, Schulen, Unis) usw.
Warum sollte ich regionaler Kooperationspartner:in werden?
Regionale Kooperationspartner:innen können durch das Projekt eine lokale Community zum Thema Flachs (oder weiter gegriffen) Faserpflanzen/Textilien aufbauen und z.B. Ehrenamtliche für ihre Organisation gewinnen. Sie können 1qm Lein mit bereits bestehenden Austellungen und Aktionen zum Thema Flachsanbau und -verarbeitung verknüpfen, oder das Thema in der eigenen Organisation wiederbeleben.
1qm Lein bietet Anlass für Kooperationen, z.B. mit lokalen Gartenprojekten, Heimatvereinen, Spinnlehrer:innen, Handweber:innen, Offenen Werkstätten etc. und eignet sich als Anknüpfungspunkt, Textilgeschichten in der eigenen Region zusammenzutragen.
Museen und Vereine, die über eigene Gartenflächen verfügen, können Flachs anbauen und sich z.B. auf die Suche nach regionalen Sorten machen.
Das Projekt eignet sich auch perfekt für Volontäre und Volontärinnen und wir freuen uns, wenn es auch zum Austausch unter Museen und Organisationen beiträgt, die sich mit Flachs beschäftigen.
Wie werde ich regionale:r Kooperationspartner:in?
Wenn Sie ein Museum, ein Verein, ein Gemeinschaftsgarten, eine offene Werkstatt, Spinngruppe… in Deutschland sind und Interesse haben, lokale:r Kooperationspartner:in zu werden, melden Sie sich gerne bei uns.
Was bekomme ich als Kooperationspartner:in? Kostet es eine Gebühr?
Alle Kooperationspartner:innen, die 2026 neu hinzukommen, bekommen von uns kostenfrei ein Starterpaket mit Saatgut zugesendet und haben so Zugang zu den Anleitungsvideos und dem Communitybereich. Wir versenden außerdem regelmäßig einen Newsletter für unsere Kooperationspartner:innen und organisieren zweimal im Jahr ein Netzwerktreffen (Berichte zu den vergangenen Treffen finden Sie im Blog). Flyer senden wir einmal im Jahr kostenfrei zu, weitere können zum Selbstkostenpreis über unserem Shop nachbestellt werden.
Benötigen Sie als Kooperationspartner:in mehr Saatgut, melden Sie sich bei uns.
Kooperationspartner:innen zahlen keine Gebühr an 1qm Lein. Die Kosten für die Flachsfeste tragen die Kooperationspartner:innen.
Wie können wir das "Flachsfest" (vorher: "Brechelfest") benennen?
Nach einem Hinweis von Doris Fischer haben wir im November 2025 nochmal unser Wording angepasst. Wir sprechen jetzt von „Flachsfest“, weil der Vorgang des Flachsbrechens regional unterschiedlich heißt (brecheln, brechen, braken) und in manchen Teilen Deutschlands auch nicht beim Flachsbrechen, sondern schon beim Riffeln gefeiert wurde.
Sie können dieses Flachsfest regionaltypisch benennen (z.B. Brechelfest, Brechfest) oder ihm einen ganz anderen Namen geben (Workshop zur Flachsverarbeitung, Aktionstag Flachsverarbeitung) und es muss kein Fest im eigentlichen Sinne sein.
Wichtig ist nur, dass die Teilnehmer:innen einmal die Möglichkeit haben, zusammenzukommen, und unter Anleitung den Flachs brechen, schwingen und hecheln können. Die lokalen Kooperationspartner:innen stellen hierfür die Geräte (Brechen, Hecheln, Schwingen), organisieren die Veranstaltung und leiten die Teilnehmenden an.
Für das Flachsfest sollte kein Teilnahmebetrag erhoben werden, sondern maximal der Museumseintritt, um die Teilnahmeschwelle möglichst niedrig zu halten.
