Vom Flachs zum Leinen

„1qm Lein“ kommt nach Deutschland!

Ein Leinenhemd aus dem eigenen Garten? Ist möglich!
Noch bis in die 1950er Jahre wurde Flachs in einigen Gegenden in Deutschland angebaut und vor Ort handwerklich verarbeitet. Seitdem geht das Wissen um Anbau und Verarbeitung verloren. Wir holen die Pflanze in unsere Gärten und das Wissen zurück in unsere Communitys.
Bist du dabei?

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

So funktioniert’s:

Saatgut bestellen

Du bestellst dir ein Starterpaket mit Saatgut, einer Anleitung und dem Zugang zu unserem Online-Mitgliederbereich (ab 1. September 2024 möglich).

1qm Lein anbauen

Du baust 2025 1qm Lein in deinem Garten an und bekommst regelmäßig einen Newsletter mit Informationen und Tipps. Über die Website kannst du dich mit anderen Teilnehmer:innen austauschen.

Gemeinsam verarbeiten

Du triffst dich mit Menschen in deiner Region zum Verarbeiten des Flachses. Diese Treffen werden von regionalen Kooperationspartnern ausgerichtet.

Team

Wer steht hinter dem Projekt:

Ich bin Mona. Historikerin, Projektleiterin, Crowdfunding-Spezialistin – und ich liebe vor allem handgewebte Textilien. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den Themen Community und Landwirtschaft und habe in Dresden das Projekt “Vom Hof zum Garn” initiiert, mit dem wir die Herstellung von Textilien aus Wolle und Flachs an einem Ort zeigen.

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Als ich von den 1qmLein-Projekten in Skandinavien und in den Niederlanden gehört habe, war ich sofort Feuer und Flamme! An dem Projekt begeistert mich die Verbindung von Landwirtschaft, Handwerk, Kulturgeschichte und aktiver Communityarbeit, und ich freue mich sehr, dass ich dieses Projekt jetzt nach Deutschland holen darf. Dafür arbeite ich ganz eng mit Christiane Seufferlein zusammen, die das Projekt in Österreich leitet.
Trägerverein für 1qm Lein in Deutschland ist der Verein Werk und Wandel Dresden e.V., in dem ich seit 2023 eine der Vorstände bin. Für Österreich übernimmt der Verein Bertas Flachs die Trägerschaft. Wir haben zwei getrennte Websites, aber gemeinsame Social Media-Kanäle und hoffen, dass wir mit diesem Projekt textil- und flachsbegeisterte Menschen in beiden Ländern verbinden können.

Unser Vorbild in Schweden

Die Idee

Leinen und Wolle haben unsere Vorfahren bereits in der Bronzezeit gekleidet. Bis heute hat die handwerkliche Verarbeitung von Wolle überlebt, der Anbau und die Verarbeitung vom Leinsamen bis zum Leinenhemd ist aber weitgehend vergessen. Mit dem Verschwinden dieses alten Wissens, das einst auf den Bauerhöfen so normal war wie die Bestellung des Gemüsegartens, verlieren wir nicht nur ein Stück kultureller Identität, sondern auch das wunderbare Gefühl textiler Selbstversorgung.

Diesem langsamen Sterben wollte der schwedische Hemslöjden-Verband zur Förderung von Handwerk Einhalt gebieten und hat 2020 das Projekt 1 KVM Lin (1 m2 Lein) ins Leben gerufen, bei dem die breite Öffentlichkeit eingeladen war, auf einem Quadratmeter Flachs anzubauen und mit Hilfe von Videotutorials, Mini-Workshops und in den entstehenden Gemeinschaften die Pflanze bis zum Leinenfaden zu verarbeiten.

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Von einem regionalen Projekt mit 700 Teilnehmenden im Jahr 2020, hat sich 1 KVM Lin inzwischen auf 6.000 private Erzeuger auf ganz Schweden ausgeweitet. Seit 2022 beteiligen sich alle nordischen Länder an der Idee. 2025 wollen wir vom Verein Werk und Wandel Dresden gemeinsam mit dem Verein Bertas Flachs dieses wunderbare Gemeinschaftsprojekt nach Österreich und Deutschland holen.

Die Idee

Leinen und Wolle haben unsere Vorfahren bereits in der Bronzezeit gekleidet.

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Diesem langsamen Sterben wollte der schwedische Hemslöjden-Verband zur Förderung von Handwerk Einhalt gebieten und hat 2020 das Projekt 1 KVM Lin (1 m2 Lein) ins Leben gerufen, bei dem die breite Öffentlichkeit eingeladen war, auf einem Quadratmeter Flachs anzubauen und mit Hilfe von Videotutorials, Mini-Workshops und in den entstehenden Gemeinschaften die Pflanze bis zum Leinenfaden zu verarbeiten.

Von einem regionalen Projekt mit 700 Teilnehmenden im Jahr 2020, hat sich 1 KVM Lin inzwischen auf 6.000 private Erzeuger auf ganz Schweden ausgeweitet. Seit 2022 beteiligen sich alle nordischen Länder an der Idee. 2025 wollen wir vom Verein Werk und Wandel Dresden gemeinsam mit dem Verein Bertas Flachs dieses wunderbare Gemeinschaftsprojekt nach Österreich und Deutschland holen.

Bis heute hat die handwerkliche Verarbeitung von Wolle überlebt, der Anbau und die Verarbeitung vom Leinsamen bis zum Leinenhemd ist aber weitgehend vergessen. Mit dem Verschwinden dieses alten Wissens, das einst auf den Bauerhöfen so normal war wie die Bestellung des Gemüsegartens, verlieren wir nicht nur ein Stück kultureller Identität, sondern auch das wunderbare Gefühl textiler Selbstversorgung.

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Diesem langsamen Sterben wollte der schwedische Hemslöjden-Verband zur Förderung von Handwerk Einhalt gebieten und hat 2020 das Projekt 1 KVM Lin (1 m2 Lein) ins Leben gerufen, bei dem die breite Öffentlichkeit eingeladen war, auf einem Quadratmeter Flachs anzubauen und mit Hilfe von Videotutorials, Mini-Workshops und in den entstehenden Gemeinschaften die Pflanze bis zum Leinenfaden zu verarbeiten.

Von einem regionalen Projekt mit 700 Teilnehmenden im Jahr 2020, hat sich 1 KVM Lin inzwischen auf 6.000 private Erzeuger auf ganz Schweden ausgeweitet. Seit 2022 beteiligen sich alle nordischen Länder an der Idee. 2025 wollen wir vom Verein Werk und Wandel Dresden gemeinsam mit dem Verein Bertas Flachs dieses wunderbare Gemeinschaftsprojekt nach Österreich und Deutschland holen.

Werde aktiv

Das kannst du jetzt schon tun:

Trag dich auf die Liste für ein Saatgutpaket ein!

Wenn du aus Deutschland kommst und 2025 Flachs in deinem Garten anbauen willst, meld dich sehr gerne (unverbindlich) für unsere Interessensliste für ein Starterpaket an. Das hilft uns auch, die Nachfrage abzuschätzen. Wenn du einfach nur auf dem Laufenden bleiben willst, findest du am Ende der Seite eine Anmeldemöglichkeit für den Newsletter.

Unterstütze uns mit einer Spende!

Für den Aufbau des Projektes sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Du kannst uns deine Spende auf unser Konto DE39 8509 0000 4030 3310 07 (Betreff: 1qm Lein) überweisen oder den Paypal-Link nutzen. Der Verein Werk und Wandel Dresden e.V. ist als gemeinnützig anerkannt.

Werde regionaler Kooperationspartner!

Wir suchen Vereine, Museen und regionale Initiativen, die das Projekt in ihrer Community bekannt machen und die regionalen Brechelfeste ausrichten.

Die nächsten Schritte

So geht’s weiter:

Für Deutschland startet am 1. September 2024 eine Crowdfunding-Kampagne für den Vorverkauf der Starterpakete. Das ermöglicht es uns, die Kosten für Saatgut und den Druck der Materialien vorzufinanzieren und Geld für den Ausbau des Mitgliederbereiches auf der Website einzusammeln.
Nach dem Crowdfunding produzieren wir die Pakete und erweitern die Website um einen Mitgliederbereich, damit sich alle Teilnehmenden untereinander vernetzen können.

Die Starterpakete versenden wir im Januar 2025.
In der Zwischenzeit versuchen wir, möglichst viele regionale Kooperationspartner:innen für das Projekt zu finden, damit es überall in Deutschland Brechelfeste und Flachsspinnkurse geben kann!
Du möchtest in Österreich teilnehmen? Dann besuche die Website 1qmlein.at für weitere Informationen.

Mehr erfahren

Die Starterpakete versenden wir im Januar 2025.
In der Zwischenzeit versuchen wir, möglichst viele regionale Kooperationspartner:innen für das Projekt zu finden, damit es überall in Deutschland Brechelfeste und Flachsspinnkurse geben kann!
Du möchtest in Österreich teilnehmen? Dann besuche die Website 1qmlein.at für weitere Informationen.

Netzwerk

Regionale Kooperationspartner

Wir freuen uns, dass folgende Museen und Vereine als regionale Kooperationspartner mit dabei sind (Liste wird laufend aktualisiert):

Wir stellen diese Informationen bald auch als Karte zur Verfügung – damit du noch einfacher sehen kannst, wo in deiner Nähe 2025 Veranstaltungen zur Flachsverarbeitung stattfinden.

Sie wollen Kooperationspartner werden? In unserem FAQ finden Sie alle Informationen.

Faq

Fragen und Antworten

Warum 1qm Lein?

Das Hemd aus dem Garten ist nicht nur möglich, es war lange Zeit ganz normal. Die Erfahrung, textile Fasern wirklich selbst ziehen zu können, ist einfach faszinierend. Flachsanbau ist zudem Teil unserer Kulturgeschichte und war immer eine gemeinschaftliche Arbeit. Das Projekt 1qm Lein möchte nicht nur das Handwerk für die nächsten Generationen erhalten, sondern auch gemeinsames Arbeiten und regionalen Austausch zu nachhaltigen Textilfasern fördern. Im Projekt durchlaufen alle Teilnehmer:innen den Weg von der Pflanze bis zum fertigen Textil – und erleben dadurch, wie wertvoll ein Stück Stoff eigentlich ist. Das Projekt bringt Menschen außerdem digital, aber vor allem regional zusammen. Gemeinsam wird der Flachs, der in vielen Privatgärten gewachsen ist, nach der Ernte verarbeitet. Perspektivisch soll das Projekt zudem zum Erhalt alter, regionaler Flachssorten beitragen.

Flachsanbau und -verarbeitung: Was umfasst das eigentlich?

Flachs/Lein wird zwischen Februar/März und Juli angebaut. Bei der Ernte wird die gesamte Pflanze aus der Erde gerissen und anschließend getrocknet. Die Samenkapseln werden entfernt (Riffeln), dann wird die Pflanze zum Rösten auf der nassen Wiese ausgelegt. Bei diesem Prozess trennen sich die Fasern auf, so dass der Flachs – nachdem er erneut getrocknet wurde – durch Brecheln, Schwingen und Hecheln von den holzigen Bestandteilen befreit werden kann. Die verbliebenen Fasern können dann versponnen werden. Flachsanbau und -verarbeitung war schon immer Gemeinschaftsarbeit und eine wichtige Möglichkeit, mit Mitgliedern anderer Höfe in Kontakt zu kommen.

Ein schönes Video, das alle Schritte in ca. 20 Minuten zeigt, findet ihr hier.

Wer kann mitmachen?

Vom Blumentopf auf dem Balkon bis zur Ackerfläche – jede und jeder mit einem Zugang zu Gartenerde kann sich am Projekt beteiligen. Auch Vereine, Gemeinschaftsgärten, Bildungseinrichtungen und Stadteilgärten können Teil des Projektes werden. Je vielfältiger die blaue Blume wieder blüht, umso besser! Wenn dein Projekt mehr Saatgut braucht, als in einem Starterpaket für 1qm Lein enthalten ist, nimm gerne Kontakt zu Mona auf.

Wie kann ich ein Starterpaket bestellen und was kostet es?

Trage dich dafür auf unsere Interessenliste ein – dann bekommst du als erstes eine Info, wenn unser Crowdfunding für den Vorverkauf startet. Du hilfst uns damit auch, die Menge der Saatgutpakete zu kalkulieren – aktuell rechnen wir mit maximal 1000 Stück für 2025.
Ein Starterpaket wird sehr wahrscheinlich 25€ kosten. Dafür bekommst du das Saatgut für 1qm, eine Anleitung, den Zugang zum Mitgliederbereich inkl. Anleitungsvideos (zu folgenden Themen: Bodenvorbereitung und Anbau / Ernten, Trocknen, Riffeln und Rösten / Brecheln, Schwingen und Hecheln / Spinnen mit der Handspindel / Bändchenweben), ein digitales Pflanzschild zum Ausdrucken und regelmäßige Newsletter mit Tipps und Infos.

Gibt es Flyer und Plakate für 1qm Lein?

Ja. Plakate (max. A3) schicken wir gerne zum Selbstausdrucken digital per e-Mail zu. Es gibt eine zusätzliche Variante für lokale Kooperationspartner.

Flyer in Postkartenformat senden wir gerne per Post zu – dafür einfach über den Kontakt bei uns melden.

Kann ich Geräte für die Flachsverarbeitung selber bauen?

Ja. Wir tragen aktuell verschiedene Anleitungen zusammen. Diese haben wir bisher gefunden:

Zum Riffeln (Samenkapseln abstreifen) von kleinen Mengen nutzen Menschen auch Blaubeer-Pflücker, einen feinen Gartenrechen oder einen stabilen Holzkamm.

Wenn du weitere Anleitungen kennst, schreib mir gerne an hallo@1qmlein.de, dann nehme ich diese mit in die Liste auf.

Für Regionale Kooperationspartner

Welche Rolle haben regionale Kooperationspartner?

Während der Anbau und die erste Verarbeitungsstufe (das Rösten) noch von den Teilnehmenden alleine durchgeführt werden kann, braucht es für die Verarbeitung helfende Hände und verschiedene Werkzeuge. Dafür suchen wir regionale Kooperationspartner, die mindestens das „Brechelfest“ (d.h. eine Veranstaltung zur Verarbeitung des Flachses) ausrichten und die notwendigen Werkzeuge dafür zur Verfügung stellen. Alle regionalen Kooperationspartner werden ab Herbst 2024 auf einer Karte auf unserer Website gezeigt. Die Veranstaltungen werden 2025 dann auf einer zentralen Veranstaltungsseite auf dieser Website gesammelt und auch über Social Media beworben.

Kann ich als Kooperationspartner auch weitere Aktionen zum Projekt 1qm Lein organisieren?
Sehr gerne! Kooperationspartner können das Projekt in ihren Regionen selbst gestalten und so groß machen, wie es für sie passt.
Sie können weitere Veranstaltungen organisieren (z.B. Spinnen, Weben, Fachvorträge, Gerätebau), die Community regelmäßig ins Museum/die Einrichtung holen, selbst 1qm Lein abbauen (Schaubeet), einen eigen Flachs-Jahreskreis (Anbau, Ernte, Verarbeitung) starten, lokale Kooperationspartner:innen einbinden (z.B. Gartenvereine, offene Werkstätten, Schulen, Unis) usw.
Warum sollte ich regionaler Kooperationspartner werden?

Regionale Kooperationspartner können durch das Projekt eine lokale Community zum Thema Flachs (oder weiter gegriffen) Faserpflanzen/Textilien aufbauen und z.B. Ehrenamtliche für ihre Organisation gewinnen. Sie können 1qm Lein mit bereits bestehenden Austellungen und Aktionen zum Thema Flachsanbau und -verarbeitung verknüpfen, oder das Thema in der eigenen Organisation wiederbeleben.

1qm Lein bietet Anlass für Kooperationen, z.B. mit lokalen Gartenprojekten, Heimatvereinen, Spinnlehrer:innen, Handweber:innen, Offenen Werkstätten etc. und eignet sich als Anknüpfungspunkt, Textilgeschichten in der eigenen Region zusammenzutragen.

Museen und Vereine, die über eigene Gartenflächen verfügen, können Flachs anbauen und sich z.B. auf die Suche nach regionalen Sorten machen.

Das Projekt eignet sich auch perfekt für Volontäre und Volontärinnen und wir freuen uns, wenn es auch zum Austausch unter Museen und Organisationen beiträgt, die sich mit Flachs beschäftigen.

Wie werde ich regionaler Kooperationspartner?

Wenn Sie ein Museum, ein Verein, ein Gemeinschaftsgarten oder eine offene Werkstatt in Deutschland sind und Interesse haben, lokaler Kooperationspartner zu werden, melden Sie sich gerne bei mir (Mona Knorr). Die ersten Museen haben ihre Mitwirkung schon zugesagt – wir stellen sie bald auf dieser Website vor!

Müssen wir als Kooperationspartner die Veranstaltung "Brechelfest" nennen?

Das Brechelfest kann natürlich auch einen anderen Namen tragen (“Workshop zur Flachsverarbeitung” oder eine regionaltypische Bezeichnung) und muss kein Fest im eigentlichen Sinne sein. Wichtig ist nur, dass die Teilnehmer:innen einmal die Möglichkeit haben, zusammenzukommen, und unter Anleitung den Flachs brechen, schwingen und hecheln können. Die lokalen Kooperationspartner stellen hierfür die Geräte (Brechen, Hecheln, Schwingen), organisieren die Veranstaltung und leiten die Teilnehmenden an.